E-Learning: Einführung in die altgriechische Metrik

 


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"Hexameter"

"Trimeter"

 

 

 

3.1.4 Der kallimacheische Hexameter

Nonnos (5. Jh. n. Chr.) dichtete seine Hexameter mehr als 1000 Jahre nach der Entstehung von Ilias und Odyssee. Seit dieser Zeit haben sich auch einige Einzelheiten des Versmasses verändert. Mit Kallimachos (3. Jh. v. Chr.) erreichte die insbesondere im Hellenismus stark steigende Verfeinerung ihren Höhepunkt. Allgemein gesprochen wurde der Hexameter strenger gebaut und subtiler strukturiert.

Die wichtigsten Züge des kallimacheischen Hexameters im Unterschied zum homerischen:

Ausserdem wurden die bei Homer bereits erstrebten, aber noch weniger strikt eingehaltenen Brücken strenger befolgt:

Vergleichbar mit der Herrmann'schen Brücke lässt sich eine weitere Brücke beobachten:

Im kallimacheischen Hexameter ist demnach nicht nur in jedem 4. Metrum (wie beim homerischen Hexameter), sondern auch in jedem 2. Metrum auf eine Brücke zu achten!

 

In dieser Einführung kann nicht detailliert auf die Besonderheiten des Hexameters bei allen einzelnen Dichtern der griechischen Antike eingegangen werden. Was bei den Versen des Kallimachos beobachtet wird, gilt im Grossen und Ganzen auch für die anderen hellenistischen Dichter, obwohl auch hier im Einzelnen Unterschiede zu beobachten sind (vgl. beispielsweise Fantuzzi 1995 zu Theokrit). Der Vergleich von Homer und Kallimachos kann bei Fränkel 1955 weiter vertieft werden. Ausserdem sind die Ausführung bei West 1982 wie üblich grundlegend: Der chronologische Aufbau seiner Behandlung der Metrik erklärt, warum die Ausführungen zum frühen Hexameter auf den Seiten 35-39, diejenigen von der späten Klassik bis zum Hellenismus auf den Seiten 152-157 und diejenigen zum Hexameter in der Kaiserzeit auf den Seiten 177-180 zu finden sind.

 

 

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